Geologie des Mägdebergs

Bei dem Rückzug des Gletschereises auch die Endmoränen in der Ebene gebildet worden, die von der Höhe des Mägdebergs aus auf den Gemarkungen Welschingen, Ehingen und Mühlhausen besonders gut zu sehen sind. Mit dem Freiwerden der Landschaft vom Gletsdlereis begann die Besiedelung durch den Menschen. Schon in der mittleren Steinzeit taucht der Mensch im engeren Hegau auf  2). Einzelne seiner kleinen Feuersteingeräte sind in der Gegend des Hohentwiels, am Hohenkrahen und auch auf der Kammhöhe zwischen Schüsselbühl und Mägdeberg 3) gefunden worden.

Aus der jüngeren Steinzeit kennen wir auf dem Hohenkrähen vermutlich auch auf dem Hohenhewen Siedlungen der sogenannten Michelsberger . Es ist die älteste bisher festgestellte Besiedelimg der Hegauberge, und sie legt die Vermutung nahe, dass auch die anderen Bergkuppen mindestens zum Teil schon von dem durch sein ausgesprochenen Schutzbedürfnis und seine Vorliebe für Höhensiedlungen bekannten Volk aufgesucht worden sind 4). Die etwas jüngeren „Schnurkeramiker“ sind ebenfalls am Hohenkrähen durch das gefundene Bruchstück eines schnurverzierten Tonbechers nachzuweisen 15). Auch die Suche nach den ältesten Bewohnern des Mägdebergs führt weit in die Vorzeit zurück. Ein glücklicher Zufall lenkte im Winter 1934/35 in einer sonst wenig beachteten Schottergrube am Nordostfuß des Burgfelsens die Aufmerksamkeit eines Bauern auf eine zwischen den Steinen angeschnittene Humusschicht, die mit grossen Mengen von Tonscherben und Tierknochen durchsetzt war. Schaufel und Spaten brachten an dieser Stelle schliesslich die Reste einer Wohngrube zutage, die vor bald dreitausend Jahren Menschen als Behausung gedient hatte 6).

In den abfallenden Hang hineingebaut, hatte diese urtümliche Wohnung – halb Haus, halb Grube – einst bis zu drei Metern Tiefe und abgeschrägte Wände. Gegen den Berghang zu war sie durch eine aus Steinen Roh aufgeschichtete Trockenmauer abgestützt. Vermutlich stand über der Vertiefung einst ein rechteckiger Oberbau aus hölzernen Pfosten und lehmverstrichenem Flechtwerk; er mag etwa 5 Meter breit und 6 – 8 Meter lang gewesen sein. Auf der Nordseite war, wie Holzkohlenreste bewiesen, unter einem kleinen Vordach der Herd angelegt.

2) Zur Urgeschichte des Hegaus vgl. Wolfgang Kimmig, Urgeschichte rund um den Hohentwiel
3) Badische Fundberichte, Bd. 3 Freiburg 1936, S. 349.
4) Kimmig, aaO., S. 19.
5) Ebd., S. 20.
6) Über die Ausgrabung vgl. F. Garscha und W. Rest in Marburger Studien, hg. E. Sprockhoff, Darmstadt 1938, S. 54 H.; Vorbericht Jl1: Badische Fundberichte,
Bd. 3, S. 363, 367. Die geborgenen Keramikreste befinden sich heute im Landesmuseum Karlsruhe.

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