Das alemannische Mühlhausen

Kraft des Zwings und Banns waren auch die Leibeigenen der adligen Herren der Leberen ursprünglich zur Mitarbeit auf dem Herrenland des Hofes in der Wieden verpflichtet. Als Ersatz für diese einstmals persönlichen Dienste hatten diejenigen friedingischen Leute, die einen eigenen Pflug besassen, noch 1461 von jedem Gespann 15 Schilling als sogenanntes Baugeld an die Herrschaft Mägdeberg zu zahlen 38). Während diese regelmässig wiederkehrenden Fronen zur Bestellung des Herrengutes 1461 schon klar abgelöst oder in Geldleistungen umgewandelt waren, hat es bei den übrigen Frondiensten noch im Spätmittelalter an einer befriedigenden Dauerregelung hinsichtlich der friedingischen Leute gefehlt. Vor allem die Frage der Befestigungs- und Burgbaufronen, zu denen der Inhaber des Herrenhofs und der Burg Mägdeberg die Dorfgemeinde aufbieten konnte, ist in Mühlhausen mit seinen beiden Burgen Mägdeberg und Hohenkrähen noch lange ein heisses Eisen geblieben.


38) Berain 10855, fol. 4 r. – Die übrigen Mühlhauser Untertanen die nicht friedingische Leibeigene sind, zahlen 1461 für jedes Gespann 1 Pfund 2 Schilling; ebd. – Das Baugeld ist wenig später, anscheinend ersatzlos, auf ungefähr die Hälfte herabgesetzt worden: 1489 zahlen die friedingischen Leute 8 ½ Schilling (Urkunde Nr. 4 des EAS); nach einem Urbar aus der Zeit um 1500 (GLA, Berain 11 233) geben sie sogar nur 8 Schilling, die übrigen Untertanen 11 Schilling an die Mägdeberger Herrschaft.

 

Quelle: Eberhard Dobler, Burg und Herrschaft Mägdeberg, 1959

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